Waldaufforstung und Baumpflege am Oberrhein dringend notwendig / Anfrage zeigt: Klimawandel in Wald- und Stadtgebieten des Landkreises Karlsruhe deutlich spürbar

Ettlingen/Stuttgart. Die Ettlinger Grünen-Landtagsabgeordnete Barbara Saebel MdL hat den durch den Klimawandel gefährdeten Zustand der Bäume in Wald- und Stadtgebieten des Landkreises Karlsruhe abgefragt. Das Ministerium für Ländlichen Raum bescheinigt dem Wald große Veränderungen: forciert durch den Orkan „Lothar“ 1999 mit großen Sturmflächen im südlichen Landkreis erhöhe sich der Laubbaumanteil stetig. Die klimabedingten Waldschäden der Jahre 2018 und 2019 führten u.a. zu einem verstärkten Absterben ökologisch wertvoller Altbuchen, z.T. auch Alteichen. Als Folge höherer Lufttemperatur und einem Niederschlagsdefizit von 70 bis 90 mm in den letzten 15 Jahren, haben sich im Landkreis Karlsruhe in den Böden mit geringere Wassergehalte eingestellt. Die Anzahl der Tage mit Trockenstress für die Vegetation sind im dreißigjährigen Mittel im Landkreis Karlsruhe zwischen 1951 und 2010 kontinuierlich von 52 Tagen auf 67 Tage angestiegen. In den letzten 15 Jahren ergab sich bereits ein mittlerer Trockenindex von 85 Tagen und damit eine weitere Verschlechterung der Wasserversorgung der Böden. 2018 wurde mit 162 Tagen der bisher mit Abstand höchste Wert erreicht. Vor allem die Hardtwälder der Oberrheinebene im Süden von Ettlingen bis Rheinstetten zeigten seitdem hohe Schädigungs- und Absterberaten. Saebel stellt fest: „Der Klimawandel ist in unserem Wald bereits deutlich spürbar. Der Oberrhein zeigt die Spitzen der Veränderung – hier brauchen wir den Wald dringend als Kohlenstoffspeicher und Klimaschutzinstrument. Mit Aufforstungen hin zu trockenheitsresistenteren Arten wie Eichen und Douglasien versucht man darauf zu reagieren, die Landesregierung hat sowohl für kommunale als auch Privatwaldbesitzer Geld zur Aufforstung in den Doppelhaushalt eingestellt.“

Baumpflege am Oberrhein dringend notwendig

Auch der Anteil verkehrsgefährdender Bäume entlang der Bundes-, Landes- und Kreisstraßen, an Waldstrecken und Bäume auf Privatbesitz hat deutlich zugenommen. Der momentane Stand der zu fällenden bzw. gefällten geschädigten Bäume in Ettlingen beträgt rund 250 Stück. In der Kernstadt von Ettlingen fallen auf Grund der baubedingten Standortsnachteile vor allem Laubbäume aus, in den Ortsteilen eher die Nadelbäume. Saebel berichtet aus dem Finanzausschuss von etlichen Aufforstungsprogrammen für den Staatswald und für kommunale Forste, Erforschung trockenheitsresistenterer Arten, zur innovativen Bodenbearbeitung und Baumpflege, gerade auch für Stadtbäume. Saebel: „Kommunen müssen künftig durch mehr Baumpflanzungen auf Plätzen und an Straßen sowie Fassadenbegrünungen für ein gesundes Mikroklima sorgen. Begrünte Innenstädte sind an heißen Tagen bis zu 10 Grad kühler als Betonwüsten.“

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