Saebel plädiert gemeinsam mit der „Parlamentsgruppe Dialekt“ für mehr sprachliches Heimatgefühl in Schule und Kita

Initiativen über die Legislatur hinaus geplant

Ettlingen/Stuttgart. Die hörbar aus Berlin stammende Ettlinger Grünen-Landtagsabgeordnete Barbara Saebel setzt sich in der neue gegründeten „Parlamentsgruppe Dialekt“ im Stuttgarter Landtag dafür ein, dass die badische, kurpfälzische, schwäbische oder fränkische Heimatsprache in Schule und Kita besonders gefördert wird. Denn der Dialekt ist in der nächsten Generation kaum mehr vorhanden. „Die jeweilige dialektale Sprache ist ein zu schützendes Kulturgut, genauso wie die Schwarzwälder Landschaft oder das Fachwerkhaus. Dialekt ist die sprachliche Heimat, ein identitätsbildendes Kulturgut“, so die denkmalpolitische Sprecherin der Grünen Landtagsfraktion Saebel. Während in der Nachkriegszeit das Sprechen von Dialekt in den Familien und auch im öffentlichen Raum weit verbreitet war, viele Menschen auch eine mehr oder weniger reine „Standardsprache“ gar nicht beherrschten, hat sich dies in den letzten Jahrzehnten zunehmend ins Gegenteil verkehrt: Insbesondere Kinder und Jugendliche, auch im ländlichen Raum, sprechen immer weniger Dialekt. Neben der heimatlichen Verwurzelung, führt das gemeinsame Beherrschen von Dialekt und Standardsprache zu einem besseren Sprachverständnis, zu weniger Rechtschreibfehlern und bringt Vorteile beim Erlernen von Fremdsprachen. Bis heute allerdings sucht man in Baden-Württemberg weitgehend vergeblich nach Musik, Büchern, Hörspielen oder anderen Angeboten im Dialekt speziell für Kinder und Jugendliche. „Ich bin froh, dass wir in Baden-Württemberg in der Politik und im öffentlichen Raum mittlerweile wieder eine positive Einstellung zu unseren Dialekten haben. Daher unterstütze ich auch gerne die Parlamentsgruppe Dialekt, die Legislatur übergreifend für mehr Forschung und mehr Dialekt im Alltag einsetzt.“ Die Gruppe geht auf einen vor fast zwei Jahren gemeinsamen interfraktionellen Antrag zurück.

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