Denkmalpolitische Sprecherin Barbara Saebel setzt sich für Corona-Hilfen für Burgen, Klöster, Schlösser und Gärten

Kulturelles Erbe in Gefahr
 
Ettlingen/Stuttgart. In Briefen an Ministerpräsident Kretschmann, Tourismusminister Wolff, die für Denkmalschutz zuständige Staatssekretärin Schütz und Finanzministerin Sitzmann hat sich die Ettlinger Denkmalpolitische Sprecherin der Grünen Landtagsfraktion Barbara Saebel für Finanzhilfen für kommunale und private Schlösser, Gärten, Klöster und Burgen eingesetzt. Wegen ausfallender Eintrittseinnahmen aufgrund der Corona-Pandemie führe dies momentan dazu, dass unmittelbar geplante oder bereits in Angriff genommene Sicherungsmaßnahmen abgebrochen werden. Daher sei die ab 6. Mai mögliche Öffnung solcher als Museen und Gedenkstätten geführten Gebäude ein wichtiger Schritt zum Erhalt des kulturellen Erbes. Saebel: „Es wird in Stufen geöffnet und vorrangig dort, wo man die Abstände einhalten kann und die Besucherströme lenken. Den Großteil der Denkmalpflege bestreiten die Besitzer durch Einnahmen aus der touristischen Bildungsarbeit, angeschlossener Gastronomie, Hotellerie, eigener Landwirtschaft oder Verpachtung – auch wenn das Land sie mit Förderungen unterstützt. In der ein- oder anderen Weise sind nun jedoch alle Bereiche gleichzeitig durch Corona in Mitleidenschaft, bzw. haben Totalausfälle. Diese Kulturdenkmale von besonderer Bedeutung genießen einen besonderen Schutz – der muss auch in der Corona-Krise bestehen bleiben.
 
Saebel hält Bundesratsinitiative mit Finanzhilfen für sinnvoll
 
Saebel unterstützt mit den Briefen eine Initiative der Vereinigung Schlösser und Gärten Deutschland mit Sitz im Bruchsaler Schloss, die sich an die Bundesebene gewandt hat. Die Initiative schlägt Betriebsausfallentschädigungen und kapitalersetzende zinslose und endfällige 50-jährige Darlehen vor, um die existenzbedrohende Auswirkungen auf das Baden-Württembergische kulturelle Erbe abzumildern. Die bisherige Existenzsicherung sei für die historischen Besucheranlagen nicht wirklich passend. Denn die Soforthilfen des Bundes und einzelner Länder reichten in Anbetracht der Betriebsstruktur dieser Besucherdenkmale bei weitem nicht, um das wirtschaftliche Überleben zu ermöglichen. Eine Kompensation durch zinsgünstige Kredite sei nur kurzfristig hilfreich, so die Finanzpolitikerin Saebel. Langfristig überlaste jede zusätzliche Zins- und Tilgungslast die meisten dieser kulturellen Betriebe, die ohnehin schon mit niedrigen Margen von der Hand in den Mund leben. Daher bittet Saebel, mit den zuständigen Ministerien Möglichkeiten für Finanzhilfen zu besprechen: „Auch eine Bundesratsinitiative hierzu halte ich für sinnvoll, um gemeinsam Länderprogramme zu erarbeiten und die Bundesebene in die Finanzierung mit einzubeziehen.“
 

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