Barbara Saebel MdL fragt nach innovativen Möglichkeiten zur Sanierung des ehemaligen Badenwerkhochhaus‘

Anfrage der Denkmalpolitischen Sprecherin der Grünen Landtagsfraktion
 
Karlsruhe/Stuttgart. Die Denkmalpolitische Sprecherin der Grünen Landtagsfraktion Barbara Saebel versucht in einer Kleinen Anfrage an das Landesbauministerium Alternativen zu einem Abriss des ehemaligen Badenwerkhochhaus und jetzigen denkmalgeschützten Landratsamtsgebäudes auszuloten. Dabei geht es um technische Lösungen, Möglichkeiten zum Umgang mit der Schadstoffbelastung, darum, innovative Möglichkeiten für eine Fassadensanierung aufzuzeigen und um Ausnahmetatbestände im Landesdenkmalrecht. Hintergrund der Anfrage sind zudem die Themen Graue Energie, Deponieknappheit und Ressourcenmangel.
 
Abriss und Neubau entkoppeln
 
Ziel ist, die Themen Abriss und Neubau zu entkoppeln. Saebel: „Zum einen geht es um gute Arbeitsbedingungen für die Landratsamtsmitarbeiter. Zum anderen um den Erhalt eines Kulturdenkmals, als bauliches Symbol in Karlsruhe für den Aufbruch in die Moderne. Angesichts des Werts des Denkmalschutzes generell, der Vorbildfunktion der öffentlichen Hand und der besonderen Rolle des Petitionsrechts in unserer Landesverfassung, sollte man alle Möglichkeiten bis ins letzte Detail prüfen und jeden Schritt rechtssicher und nacheinander gehen.“ Der Arbeitskreis Karlsruher Stadtbild hatte letzten Dezember eine Landtagspetition eingereicht, die bis heute nicht entscheiden ist. Auch das Landesdenkmalamt hat den Antrag des Landkreises auf vorgezogene Prüfung der Zustimmungsfähigkeit zum Abbruch des Baudenkmals noch nicht beschieden. Daher fragt Saebel nach, ob für die laufende Petition und die Planungen des Kreistags auch ein in der Sanierung von Betonbauten der klassischen Moderne des 20. Jahrhunderts erfahrener Gutachter bestellt werde.
 
Verkauf des ehemaligen Badenwerk-Hochhauses eröffnet Chance auf Denkmalerhalt
 
Saebel ist der Meinung, dass sowohl aus Sicht des Denkmalschutzes, als auch aus Sicht des Steuerzahlers und der Umwelt eine andere Lösung angestrebt werden sollte: „Mindestens 10 Mio. € Abrisskosten sowie die Deponieknappheit in der Region sind gewichtige Gründe, um innezuhalten. Kann man es sich denn heutzutage leisten, mit dem Abriss Ressourcen wie Sand, Stahl, Beton und die zum Bau des Gebäudes dereinst notwendige (Graue) Energie einfach zu vernichten?“ Da der Denkmalschutz nicht an den Eigentümer, sondern an das Gebäude gebunden ist, könnte laut Saebel eine Nutzungsänderung z.B. über einen Projektentwickler zu einer ganz anderen Lösung führen. Dann wäre über die steuerliche Berücksichtigung von Denkmalsanierung plus möglicher Landesdenkmalförderung eine Sanierung durch einen privaten Eigentümer finanziell darstellbar und aufgrund des hohen Denkmalwerts des Badenwerkhochhaus begründbar. Nutzbar sei das Gebäude dann sowohl über die Einrichtung von Büros als auch von Läden, oder eventuell sogar mit Wohnungen, die angesichts der zentralen Lage gut zu vermieten wären, so Saebel. Genutzt werden könnten die Büroräume aber auch zur Unterbringung landeseigener Einrichtungen in Karlsruhe, weshalb sie nach einem perspektivischen Bedarf des Landes fragt. Mit Blick auf den städtebaulichen Wettbewerb erinnert Saebel: „Teil des städtebaulichen Entwurfes für Karlsruhe waren einst Sichtachsen und Grünzüge, die es heutzutage zu erhalten und nicht zu vernichten gilt. Dies alles müssten die Kriterien für den städtebaulichen Wettbewerb am Ettlinger Tor mit Blick auf die Konstruktion der Fächerstadt wiederspiegeln.“

 

Verwandte Artikel