Grüne Abgeordnete aus Bund und Land besuchen kirchliche Sozialstation Ettlingen

Pflegekammer soll bald auch in Baden-Württemberg Forderungen in die Politik tragen

Die Sprecherin für Alten- und Pflegepolitik der Grünen im Bundestag, Kordula Schulz-Asche, besuchte auf Einladung der Ettlinger Grünen-Landtagsabgeordneten Barbara Saebel gestern die kirchliche Sozialstation Ettlingen. Nach einem Rundgang sprachen sie mit der Pflegedienstleiterin Tagespflege, Sigrun Schneider, und Friedhold Geissler vom Förderverein über die Herausforderungen in einer alternden Gesellschaft. Von der Hilfe durch Digitalisierung berichtete der Pflegedienstleiter Ambulante Pflege, Gerd Langner: Über eine App würden sowohl die täglichen Fahrten geplant, abgerechnet, als auch mit dem Team kommuniziert. So bliebe mehr Zeit für den menschlichen Kontakt, der in diesem Beruf im Mittelpunkt stehe. Bei der abendlichen Diskussion zum Thema „Pflege – Realität und Vision“ im Begegnungszentrum Ettlingen standen menschenwürdiges Altern, die zu geringe Anerkennung des Berufsbildes und die zu niedrige Bezahlung im Fokus. Schulz-Asche berichtete über Pilotprojekte in den Niederlanden und NRW, wo Quartierszentren und eine Quartiergesundheitspflege (ehemals Gemeindeschwester) sowohl die Situation der Pflegenden als auch der Pflegebedürftigen und Angehörigen spürbar verbessere. Saebel wies auf die Vielzahl von Landesprogrammen hin, mit denen über neue Wohn- und Versorgungsformen, das Aktionsbündnis Kurzzeitpflege und kommunale Gesundheitskonferenzen der steigende Pflegebedarf angegangen werde. Um die Pflegenden in Gesetzgebungsverfahren zu unterstützen, plädierten die beiden Abgeordneten für Landespflegekammern, wie sie in Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Niedersachsen bestehen. In Baden-Württemberg ist – wie in Nordrhein-Westfalen – eine Landespflegekammer in Vorbereitung; auch eine Bundespflegekammer soll gegründet werden.

Bildunterschrift v.li.n.re.: F. Geissler, S. Schneider, B. Saebel MdL, K. Schulz-Asche MdB, G. Langner