Der Grüne Landesverkehrsminister Winfried Hermann zu Gast bei der Grünen Landtagsabgeordneten Barbara Saebel in Ettlingen

 

Gemeinsam plädierten die Parteifreunde für eine ökonomische, ökologische und sozial nachhaltige Mobilität

Ettlingen. „Obwohl sich die Feinstaub- und Stickoxidwerte in den letzten Jahren in Stuttgart leicht verbessert haben, sind die Auswirkungen auf den Menschen und die Natur weiterhin massiv“. Mit diesen Worten leitete die Landtagsabgeordnete Saebel den Diskussionsabend mit dem Grünen Verkehrsminister Hermann im Ettlinger Karl-Still-Haus der AWO ein. „Auch im Raum Karlsruhe hat sich die Verkehrslage verschlechtert. Denn immer mehr Bürgerinnen und Bürger pendeln – oft mit dem Auto“, so Saebel weiter. „Die Folge hiervon sind mehr Staus, mehr gesundheitsgefährdende und umweltbelastende Abgase und natürlich mehr Lärm“. Aber wie kann man diesen Problemen entgegentreten? Welche Strategien führen letztendlich zu einer erheblichen Verbesserung? Der Ausbau des ÖPNV, die Verlagerung des Güterverkehrs auf Schienen und Umrüstungen an Software und Motoren von Automobilen sind nur einige Lösungsansätze. Mit diesem Statement übergab die Abgeordnete Saebel das Wort an Verkehrsminister Hermann.

Minister Hermann betonte die Verknüpfung von Energie- und Verkehrswende. 2014 betrug die CO²-Emission des Verkehrsbereichs 34,2 Prozent und stellt somit den größten Bereich dar. Das Ziel der Grün geführten Landesregierung ist es bis Mitte des Jahrhunderts die Mobilität weitgehend auf erneuerbare Energien umzustellen und somit die Kohlendioxid-Belastung drastisch zu reduzieren. Megatrends, wie klimaneutrale Antriebe, vernetzte Mobilität und (teil-)autonomes Fahren werden diese Entwicklung begünstigen. Hermann nahm die baden-württembergische Automobilindustrie in die Pflicht, die E-Mobilität zu forcieren. Schon jetzt seien chinesische Autokonzerne in Sachen E-Mobilität den deutschen weit voraus. Mit der Strategie der „5 V“ – Verbessern, Verlagern, Vermeiden, Vernetzen, Vorbildfunktion – stellte Hermann einen Plan für die Mobilität der Zukunft vor. Der Ausbau des ÖPNV, von Radwegen, des Fußverkehrs, sowie die Verlegung des Gütertransports auf Schienen, die Förderung der Elektro-Mobilität, die Kombinierung und Vernetzung von Verkehr und eine verkehrsvermeidende Stadtplanung mit kurzen Wegen sollen die Situation erheblich verbessern. Ebenfalls hält Verkehrsminister Hermann an der Blauen Plakette fest.

Die Bürgerinnen und Bürger lauschten interessiert den Worten der Referenten und den Plänen der Landesregierung. Vor allem der Verkehrslärm in den Innenstädten, der Ausbau von Radwegen und regionale Themen wie Tempo 30-Zonen auf Bundesstraßen prägten die Fragen der Gäste. Hermann betonte, dass der Bau einer zweiten Rheinbrücke im Bundesverkehrswegeplan festgeschrieben, und daher vom Verkehrsministerium leider umzusetzen sei. Er konnte jedoch erreichen, dass nun eine Radbrücke parallel oder unter der Rheinbrücke mit geplant werde. Beim Tempo 30 plädierte er, in Gemeinderäten mutig Anträge an Landratsamt und Regierungspräsidium zu stellen. Auch könnten sich Bürger direkt an Verantwortliche und auch an ihn wenden. Die Sorgen einiger Gäste, dass das Energienetz die leistungsintensiven Batterieladestationen nicht aushalten würde, hielt er für unbegründet. Intelligente Steuerungsmöglichkeiten können den Energiezufluss regulieren und die Spitzen ausgleichen.

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