Grüne Landtagsabgeordnete Barbara Saebel und Andrea Schwarz: Grüne sind auf allen Ebenen für das Verbot von Glyphosat

Gondelsheim/Stuttgart. Die Grünen Landtagsabgeordneten Barbara Saebel und Andrea Schwarz stellen die angeblich uneinheitliche Position von Grünen in Land und Europa beim Thema Glyphosat richtig. Anders als vom CDU-Europaabgeordneten Caspary am Samstag beim Kreisbauernverband behauptet, seien sich Grüne in Land, Bund und Europa einig beim Thema Glyphosat. „Wir Grünen sind auf allen Ebenen für das Verbot von Glyphosat. Am 24. Oktober 2017 hatten die Grünen mit der Mehrheit des Europaparlaments für eine Resolution gestimmt, die Zulassung von Glyphosat in den nächsten fünf Jahren vollständig auslaufen zu lassen. Die Europäische Volkspartei und mit ihr die CDU-Europaabgeordneten wollten eine fünfjährige Verlängerung mit der Option anschließender erneuter Verlängerung, was einen Ausstieg aus der Glyphosatnutzung mit all ihren Risiken für die Umwelt in die Unendlichkeit verzögert hätte. Selbst CSU-Europaabgeordnete hatten sich daher enthalten.“

Mit dieser klaren Haltung gegen Glyphosat sehen sich die Grünen auf der Seite der Bevölkerung: in einer Umfrage im Auftrag des Nabu sind 59% für ein sofortiges Verbot von Glyphosat. Barbara Saebel: „Angesichts des alarmierenden Insektensterbens und des Rückgangs von Feldvögeln ist ein schnelles, grundsätzliches Umsteuern in der Landwirtschaft angezeigt.“ Deshalb bedauern Saebel und Schwarz, dass sich die Grünen im Europaparlament mit ihrer Forderung einer schnelleren, dreijährigen Auslaufzeit nicht durchsetzen konnten. Blühstreifen seien begrüßenswert, doch angesichts der in den Boden eingetragenen Mengen von Pflanzenvernichtungsmitteln ein Tropfen auf den heißen Stein, so die Abgeordneten. Schwarz: „Früher wuchsen auf einem Feld neben dem Getreide noch beispielsweise Kornblumen, Mohn und Glockenblumen. Diese Pflanzen verhinderten Erosion. Heute werden die Felder zuerst mit Glyphosat abgespritzt und im selben Boden Getreide angepflanzt. Daher findet man Glyphosat mittlerweile in vielen Lebensmitteln. Niemand möchte Glyphosat im Brot essen oder im Bier trinken.“

Hintergrund:

Die grüne Fraktion im Europaparlament hatte zunächst den Antrag gestellt, Glyphosat für drei Jahre mit einem anschließenden Verbot zuzulassen, um ein Ausstiegsszenario zu schaffen. Die Mehrheit des Parlaments lehnte dies jedoch ab. Anschließend stimmten die Grünen dem Kompromissvorschlag zu, um wenigstens die nächste Zulassung von Glyphosat zeitlich zu beschränken. Caspary MdEP wertete diese Zustimmung der Grünen zum Antrag fälschlicherweise als Zustimmung zu einem generellen Einsatz von Glyphosat.

Laut aktuellem Pflanzenschutzmittelbericht werden in Deutschland jährlich gut 3.780 Tonnen Glyphosat abgesetzt. Ein großer Teil davon landet auf den Äckern und zerstört wertvolle Ackerwildkräuter, vernichtet die Nahrungsgrundlagen für Insekten und andere Artengruppen, vermindert die Bodenfruchtbarkeit und landet in Gewässern. Trotz der offensichtlichen Bedrohung für die biologische Vielfalt hat sich die eingesetzte Menge in den vergangenen Jahren nur unwesentlich vermindert, zugleich hat sie die intensive Landwirtschaft in große Abhängigkeit gestürzt. Hinsichtlich der kontrovers diskutierten Krebsgefahr durch Glyphosat war unlängst bekannt geworden, dass das für die Bewertung in der EU zuständige Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) offenbar entscheidende Teile seines Gutachtens vom Glyphosat-Hersteller Monsanto übernommen hatte.

Pressemitteilung des Europaparlaments zur Abstimmung am Dienstag, 24. Oktober: Entschließungsantrag Glyphosat

http://www.europarl.europa.eu/news/de/press-room/20171020IPR86572/glyphosat-parlament-fordert-endgultiges-verbot-des-herbizids-bis-ende-2022

Resolution: Entschließungsantrag Glyphosat

http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?pubRef=-//EP//TEXT+MOTION+B8-2017-0567+0+DOC+XML+V0//DE

Verwandte Artikel